05.04.2013

【Rezension】Der Weg der gefallenen Sterne『Promised』

Originalcover
Deutsches Cover

Der Weg der gefallenen Sterne


Originaltitel: Promised
Autor: Caragh O'Brien
Genre: Dystopia, Romance, YA
Preis: 16,99 €
Wertung: ♥♥♥






Der Weg der gefallenen Sterne



Gaia hat einen langen Weg hinter sich. Nun ist sie, als Matrarch von New Sylum, erneut an der Enklave angekommen, voll Hoffnung auf ein neues Leben in einer neuen Siedlung. Doch der Protektor der Enklave ist nicht angetan von der Idee und es werden sogar Waffen auf die Einwohner New Sylums gerichtet. Kann Gaia den Frieden bringen?




Ein Abschied mit gemischten Gefühlen...



Das deutsche Cover ist gewohnt wunderschön, das Original (das eigentlich gar nicht das richtige Original ist, sondern nur das Kindle-Original, aber da ich das alles so behalten wollte, habe ich lieber das genommen) passt zu den Vorgängern und hat wieder einen passenden Text auf dem Cover. Was mich ein wenig stört, ist der deutsche Titel. 'Der Weg' - lasse ich mir einreden. Aber was haben 'gefallene Sterne' mit der Story zu tun? Die ersten beiden Titel ergaben ja noch Sinn und passten zur Geschichte, aber dieser hier wirkt einfach nur random à la 'hauen wir noch einmal so einen schönen Titel rein - egal, dass der nichts mit der Geschichte zu tun hat, er klingt toll und passt zu den anderen'... 'Promised' verstehe ich da schon eher.



Es ist irgendwie schade. Ich kann vorweg nehmen, dass ich Promised mochte. Aber einige Punkte haben es dann doch nur zu einem dreieinhalb-Blutrosen-Buch gemacht.
Zuerst einmal wäre da das ewige Hin und Her. Rein in die Enklave, raus aus der Enklave, wieder rein, festgehalten werden, wieder raus, Wasser, kein Wasser... Sonderlich spannend war das jetzt nicht gerade. Klar, die Wege, wie Gaia in die Enklave findet und dort versuchen muss, unauffällig zu bleiben, pushen die Spannung natürlich. Aber die ganzen Gespräche mit dem Protektor haben sich unglaublich gezogen. Die Frage nach Wasser für New Sylum hat mich nach einer Weile nur noch genervt. Man hat dem Protektor doch angesehen, dass er lügt. Das alles wirkte für mich so, als habe man das Ende herauszögern wollen. Schlussendlich lief nämlich alles darauf hinaus. Und das Ende hätte genau so gut funktioniert, wenn man es hundert Seiten eher gebracht hätte.
Was ich toll fand, war, wie gut die Bürger von New Sylum und Wharfton und auch einige aus der Enklave zusammengearbeitet haben. Immerhin kämpften sie ja für das selbe Ziel, und Wharfton wurde schon einmal das Wasser abgedreht, von daher ist ihre Rebellion nachzuvollziehen. 
Das Babyinstitut hat bei mir keinen großen Eindruck hinterlassen, außer einmal am Ende bei der Geburtsfeier, als die Leihmutter sichtlich Schwierigkeiten damit hat, 'ihr' Kind abzugeben an seine rechtliche Familie. Ich konnte nicht so ganz verstehen, warum alle so dagegen waren. Immerhin war das mit Sasha ein Einzelfall und die restlichen Mütter wirkten alle ziemlich glücklich.
Von der Lovestory kam diesmal, trotz Verlobung, nicht wirklich viel durch. Okay, Gaia geht auch in die Enklave, um Leon zu retten, aber irgendwie hat mir diesmal was gefehlt, was die vorigen Bände so gut gemacht hat. Es lief in Liebesdingen einfach alles viel zu glatt. Ich wünsche den beiden jetzt kein schlechtes Ende oder so, aber so war es einfach langweilig.
Ein Rätsel gab es diesmal auch nicht. Höchstens, wo die Bombe versteckt ist, aber so etwas habe ich schon gedacht. Eine andere Stelle käme ja kaum in Frage.
Übrigens gab es mir am Ende zu viele ungelöste Fragen. Wer ist denn jetzt für alles verantwortlich? Gaia? Leon? Was ist mit Will, und mit Gaias Kinderwunsch?



Gaia ist mir teilweise echt auf die Nerven gegangen mit ihrer ewigen Unentschlossenheit. Die Enklave richtet ihre Waffen auf sie, sie wird sogar gefoltert, und trotzdem will sie alles mit Worten lösen. Es gibt Momente, da funktioniert das einfach nicht, und ich stand die ganze Zeit auf Leons Seite, was den Kampf und die Bomben anging. Sie hat es partout nicht eingesehen, dass Reden nicht mehr half, dass der Protektor sowieso nichts tun würde, während ich sie mental förmlich angeschrien habe, sie solle doch mal endlich den Hintern hochkriegen und eine richtige Rebellion anzetteln. Ihre ganzen guten Ideen, ihre Klugheit, all das war weg.
Zu Leon gibt es nicht viel zu sagen, eigentlich... Er hat sich nicht viel verändert, auch wenn er netter geworden ist. Seine Ideen waren im Gegensatz zu Gaias gut, aber man kriegt ein bisschen wenig ansonsten von ihm mit. Wenn er nicht gerade in der Enklave von seinem Vater eingesperrt ist, hat er nicht viel zu tun.
Angie wirkte mir sehr wie ein Anhängsel, das es nicht gebraucht hätte... Was mich aber freut, ist, dass wir alte Bekannte wiedersehen. Jack (Gaias Bruder, remember?), Myrna (*-*), die Jacksons, Sephie, Emily, Derek. Ich hab mich so gefreut, sie alle mal auf einem Haufen zu sehen, gemeinsam mit den Einwohnern New Sylums. Die bleiben so cool wie schon vorher, vor allem Dinha, die leider recht wenig Screentime hat.
Wen wir auch noch kennenlernen, ist Pyrho, Gaias anderer Bruder. Um ihre Brüder mal mit ihren Worten zu beschreiben: "Ich kenne beide noch nicht lange, aber Jack scheint mir der Nachdenkliche zu sein, und Pyrho sprengt gern Sachen in die Luft." Das fasst die beiden eigentlich ganz gut zusammen und ich mochte sie unglaublich gerne. Vor allem Pyrho, der das Ganze ein wenig aufgelockert hat mit seiner fröhlichen Art.
Zwischen Peter und Gaia besteht immer noch diese Distanz, und Will tat mir zugegebenermaßen etwas leid, ich mag ihn und seine Liebe zu Gaia bleibt leider unerfüllt...

Alles in allem? Ungefähr das Panem-Syndrom. Band 1 war toll. Band 2 war auch toll. Und Band 3 leider nicht so...


2 Antworten:

Tina hat gesagt…

Hmm, ich mochte Band 2 schon leider gar nicht mehr :( Was du so in deiner Rezi beschreibst, scheint es mit Band 3 auch nicht mehr aufwärtszugehen. Band 1 war eine meiner ersten Dystopien und hatte mir damals richtig gut gefallen. Ich hatte gehofft, dass es mit dem Szenenwechsel zurück zur Enklave auch wieder besser ist.

Oje...

Danke dir für die aufschlussreiche Rezension!

Mia Dukatia hat gesagt…

Hm. =/ Ich mochte ja Band 2 auch total, von daher war 3 noch eher eine Enttäuschung... (Zu meinen liebsten Dystopien gehört es trotzdem. OwO)

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